Es ist noch gar nicht so lange her, da sorgten die E-Junioren des FSV Höhenrain beim Merkur CUP für Furore. 2011 drang der krasse Außenseiter bis ins große Finale der besten acht Mannschaften in Dachau vor und wurde dort frenetisch gefeiert.

Und heute? Spielen die Buben immer noch für den FSV. Nur mischen sie jetzt die Konkurrenz in der A-Klasse 5 auf.

 

merkur cup helden

 

Vor der Saison ließ der Verein den 17-Jährigen die freie Entscheidung, ob sie lieber noch ihr letztes Jahr in der A-Jugend abreißen wollen oder den vorgezogenen Wechsel in den Erwachsenenbereich bevorzugen. Das Votum fiel eindeutig aus. Die ehemaligen Helden aus dem Merkur CUP hatten nichts anderes im Sinn, als für die nötige Blutauffrischung bei den Herren zu sorgen. Mit acht neuen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs vergrößerte sich der Kader von Trainer Gerhard Gleißner auf 32 Kicker. Maxi Feirer, Luis Ammann, Simon Oberrieder, Simon Pauli und Marc Spittank schafften gleich auf Anhieb den Sprung in die erste Mannschaft, Guido Reiter, Michael Schneider und David Lech spielen in der Reserve.

Seitdem schießen die Höhenrainer Fußballer sportlich durch die Decke. Kam der FSV in der vergangenen Saison als Tabellensiebter nicht über graues Mittelmaß hinaus, dominiert er in diesem Jahr die Liga. Mit 21 Punkten nach sieben Spielen hat er schon jetzt mehr als die Hälfte der Ausbeute aus dem Vorjahr erreicht (40). Wirkte die Elf vor einem Jahr noch lethargisch in der Defensive, wird nun kompakt verteidigt. Der ohnehin schon starke Angriff verströmt noch mehr Gefahr und befindet sich auf dem besten Weg, die Bilanz aus der vergangenen Runde bei weitem zu übertreffen.

 

„Die haben richtig Lust, für den FSV zu kicken“, sagt Martin Brücklmeier. Der Co-Trainer des FSV hat die Karriere der Youngster von klein auf verfolgt. Bis auf Spittank und Feirer, die zwischendurch ihr Glück beim TuS Geretsried oder bei der JFG Wolfratshausen versuchten, blieben alle Kicker dem Verein verbunden. Das ist kein Zufall. Von der E-Jugend an haben die Verantwortlichen das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kinder gefördert. Auch die Eltern wurden mit ins Boot genommen. „Der FSV ist wie eine Familie“, nennt Brücklmeier die eigentliche Stärke des Klubs.

Der Vater dieser Familie ist Christian Feirer. „Er ist der FSV“, stellt Brücklmeier klar. Das gesamte Nachwuchskonzept steht und fällt mit Feirers Engagement. Der ehemalige Abteilungsleiter und Trainer hat sich dafür stark gemacht, dass jeder Übungsleiter aus dem Jugendbereich eine Lizenz erwirbt. In die Ausbildung der eigenen Mitarbeiter zu investieren, war lohnender als sich Fußballer aus der Umgebung an Land zu ziehen, die nur für Bares kicken. „Wir würden alles machen, nur kein Geld bezahlen, dass irgendjemand bei uns Fußball spielt“, sagt Brücklmeier. Und so sind sie in Höhenrain über die Jahre unter sich geblieben.

Der Werdegang der eigenen Junioren zeigt, dass Investitionen in Transfersummen und Auflaufprämien auch gar nicht nötig sind, wenn ein Verein seine eigene Jugendarbeit ernst nimmt und einen gewissen pädagogischen Ansatz vertritt. Seit dieser Saison müssen Brücklmeier und die alten Recken aus der AH nicht mehr in der Reserve aushelfen. Die jungen Männer sind jetzt wieder unter sich und sorgen für neue Euphorie im gesamten Verein. „Wir haben nicht das Ziel ausgegeben, dass wir aufsteigen“, räumt Brücklmeier ein. Wenn es so weitergeht wie bisher, finden sich die Höhenrainer jedoch schneller in der Kreisklasse wieder als sie denken.

Von Christian Heinrich

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